Das leidige Problem der nur schleppenden Akzeptanz beim elektronischen Rechnungsaustausch will das Forum elektronische Rechnung Deutschland, kurz FeRD, gezielt angehen und hier das schaffen, was in der Vergangenheit nur bruchstückhaft in Wirtschaft und Verwaltung gelungen ist: die Schaffung eines zugleich einfach zu verwendenden und dennoch leistungsfähigen Rechnungsaustauschformats.
KMUs und Selbständige kämpfen noch immer mit der Flut an Papierrechnungen. Das Steuervereinfachungsgesetz von 2011 brachte hier leider kein Erleichterung sondern eher eine groessere “Verwirrung”. Weiterhin wirkt sich das Steuervereinfachungsgesetz hauptsächlich auf der Senderseite aus.
Beim Empfänger einer elektronischen Rechnung führt diese elektronische Rechnung jedoch zu den gleichen manuellen Erfassungstätigkeiten wie im Papierfall. Einen echten Vorteil hat der Empfänger nur, wenn die Datenerfassung und damit der Medienbruch bei der Übertragung der Rechnungsdaten in seine Buchhaltung, Faktura o.ä. aufgehoben werden kann. Die hierfür bereits bei den Großanwendern eingesetzten EDIFACT-Lösungen taugen allerdings nicht für die heterogene und wenig strukturierte Faktura-Welt der KMUs. Die Idee von FeRD, diesem Zusammenschluss von Verbänden, Firmen und Behörden unter dem Dach des BMWi zielt darauf ab, ein hybrides Dokumentenformat zu spezifizieren, dass sich einerseits so verarbeten lässt wie Papier („elektronisches Papier“) und andererseits die notwendigen Rechnungsdaten so mit sich führt, dass diese vollautomatisch importiert, geprüft und verarbeitet werden können.
Das Arbeitspaket AP3 von FeRD unter der Leitung von Dr. Bernd Wild, der hier als Vertreter der PDF Association und des GFaR-Verbands tätig ist, erarbeitet derzeit die erste Version des sogenannten ZUGFeRD Rechnungsdatenstandards, der auf der CeBIT 2013 beim BITKOM zusammen mit Bundesinnenminister Friedrich und Bundeswirtschaftsminister Rösler erstmalig präsentiert wird. Kernpunkt des Standards ist die Verwendung von PDF/A-3 als Rahmendokument zur visuellen Darstellung der Rechnung zusammen mit einer eingebetteten XML-Datei, die die strukturierten Rechnungsdaten zur maschinellen Auswertung enthält.
Damit können die Vorteile, die der neue ISO-Standard 19005-3 bietet, künftig in eine zunächst in Deutschland flächendeckende Anwendung fließen. Die Entwicklung diese Standards wird auch auf EU-Ebene vorangetrieben und von etlichen europäischen Mitgliedsstaaten aufmerksam verfolgt.