ZUGFeRD-Profile im Vergleich: MINIMUM, BASIC WL, BASIC, EN 16931, EXTENDED, XRECHNUNG

BT-29 BG-25
Thema
ZUGFeRD
Business Terms
BT-29 Kennung des Verkäufers BG-25 Rechnungsposition
Codebeispiele
VB.NET
Veröffentlicht

ZUGFeRD kennt mehrere Profile. Ein Profil legt fest, welche Felder (Business Terms der EN 16931) eine Rechnung enthalten darf bzw. muss. Je höher das Profil, desto mehr Informationen kann die strukturierte Rechnung transportieren. Für die deutsche E-Rechnungspflicht ist die Profilwahl entscheidend: MINIMUM und BASIC WL gelten nicht als E-Rechnung.

Die Profile auf einen Blick

ProfilBusiness TermsRechnungspositionenE-Rechnung nach § 14 UStG?Typischer Einsatz
MINIMUM18neinneinBuchungshilfe, Kopfdaten und Summen
BASIC WL103neinneinKopf- und Zahlungsdaten ohne Positionen („without lines“)
BASIC125jajaeinfache Rechnungen mit Positionen
EN 16931 (COMFORT)164jajavollständige Abbildung der europäischen Norm – der Standardfall
EXTENDED164 + Erweiterungenjajakomplexe Branchenfälle, zusätzliche Felder über die Norm hinaus
XRECHNUNGEN 16931 + nationale Regelnjajaöffentliche Auftraggeber (B2G), deutsche CIUS

Die Anzahl der Business Terms (BT) je Profil stammt aus der Feldtabelle der Spezifikation ZUGFeRD 2.3.3 / Factur-X 1.07.3. Welche Felder genau in welchem Profil vorkommen, sehen Sie im BT/BG-Explorer – zum Beispiel ist die Kennung des Verkäufers (BT-29) ab BASIC WL erlaubt, die Rechnungsposition (BG-25) erst ab BASIC.

Welche Profile gelten seit 2025 als E-Rechnung?

Laut BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2024 erfüllt ZUGFeRD ab Version 2.0.1 die Anforderungen an eine E-Rechnung – ausgenommen die Profile MINIMUM und BASIC WL. Diese beiden Profile enthalten nicht alle Pflichtangaben der EN 16931 und sind deshalb im inländischen B2B-Verkehr nur noch als „sonstige Rechnung“ möglich, solange die Übergangsfristen laufen. Mehr dazu in unserem Überblick zur E-Rechnungspflicht in Deutschland.

Welches Profil sollten Sie wählen?

  • EN 16931 (COMFORT) ist für die meisten Unternehmen die richtige Wahl: Es bildet die Norm vollständig ab und wird von allen gängigen Empfängern verarbeitet.
  • XRECHNUNG, wenn Sie an Behörden und öffentliche Auftraggeber fakturieren (Leitweg-ID erforderlich).
  • EXTENDED nur, wenn Sie Informationen übermitteln müssen, die die Norm nicht vorsieht – der Empfänger muss EXTENDED dann auch verarbeiten können.
  • BASIC reicht für einfache Rechnungen, bietet aber weniger Felder (z. B. für Zu- und Abschläge oder Lieferinformationen).

Profil in der Aloaha ZUGFeRD SDK einstellen

Das Profil übergeben Sie beim Erzeugen des Objekts. Für EN 16931 (COMFORT):

Dim alo As New Aloaha_ZUGFeRD.XML(Aloaha_ZUGFeRD.iXML.ZUGFeRDProfile.comfort, False, LicenseKey)

Für eine XRechnung setzen Sie zusätzlich alo.isKOSIT = True und die Leitweg-ID. Ein vollständiges Beispiel finden Sie im Schnellstart: ZUGFeRD-Rechnung mit VB.NET erstellen.

Häufige Fragen

Ist ZUGFeRD MINIMUM eine E-Rechnung?

Nein. Nach dem BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2024 gelten die Profile MINIMUM und BASIC WL nicht als E-Rechnung im Sinne von § 14 UStG, weil sie nicht alle Pflichtangaben der EN 16931 enthalten.

Was ist der Unterschied zwischen ZUGFeRD COMFORT und EN 16931?

Keiner: COMFORT ist die frühere Bezeichnung des Profils, das die europäische Norm EN 16931 vollständig abbildet. In aktuellen Spezifikationen heißt es „EN 16931 (COMFORT)“.

Brauche ich für Behörden das Profil XRECHNUNG?

Öffentliche Auftraggeber in Deutschland verlangen in der Regel eine XRechnung. Mit dem ZUGFeRD-Profil XRECHNUNG erzeugen Sie eine Rechnung, die die Regeln der XRechnung erfüllt.

Business Terms in diesem Artikel: BT-29 BG-25